Zwei Radwege an einem Tag – vom Lokradweg ins Lonetal
Heute nahmen wir uns gleich zwei interessante Radwege vor. Unsere Tour führte uns von Giengen hinauf auf die Albhochfläche, über den Lokradweg nach Amstetten und anschließend durch das idyllische Lonetal bis zur Kaltenburg. Von dort ging es über Burgberg und Hermaringen wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Von Giengen hinauf auf die Alb
Los ging es in Giengen. Zunächst führte unsere Strecke über Dettingen hinauf auf die Albhochfläche. Die ersten Höhenmeter waren geschafft, als wir kurz vor Heldenfingen am Rößeweiher eine kurze Rast einlegten.
Der Rößeweiher – ein kleines Feuchtbiotop mit Geschichte
Der Rößeweiher ist nicht einfach nur ein kleiner Teich am Wegesrand. Zusammen mit dem nahegelegenen Mäusebrunnen gehört er zu den Feuchtbiotopen rund um Heldenfingen.
Die beiden Biotope wurden vor rund 20 Jahren angelegt, um wertvolle Feuchtlebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Im Laufe der Jahre hatte sich im Rößeweiher jedoch eine beträchtliche Menge Schlamm angesammelt. Deshalb wurde das Biotop im Jahr 2018 vom Schwäbischen Albverein, Ortsgruppe Heldenfingen, umfassend gepflegt und ausgebaggert.
Für die Sanierungsarbeiten mussten unter anderem Büsche, Hecken und einige alte, nicht mehr standsichere Weiden entfernt werden. Der Schlamm wurde weitgehend beseitigt, während die Seerosenbestände auf der Westseite erhalten blieben.
Auch der Mäusebrunnen wurde damals saniert. Dort war der Untergrund an mehreren Stellen undicht geworden, weshalb eine neue Lehmschicht eingebracht wurde. Nach Abschluss der Arbeiten konnten sich beide Biotope wieder mit Wasser füllen und erneut ihre Funktion als wertvolle Lebensräume übernehmen.
Heute zeigte sich allerdings ein ganz anderes Bild. Der Rößeweiher führte außergewöhnlich wenig Wasser. Der trockene Sommer machte sich deutlich bemerkbar. Das fast leere Gewässer führte uns einmal mehr vor Augen, wie abhängig solche kleinen Feuchtbiotope von ausreichenden Niederschlägen sind.
Nach unserer kurzen Rast ging es weiter über Heldenfingen nach Gerstetten.
Der Lokradweg – unterwegs auf alten Bahnspuren
In Gerstetten erreichten wir unseren ersten Radweg des Tages: den Lokradweg.
Der Lokradweg verläuft entlang der ehemaligen Bahnstrecke der Lokalbahn Amstetten–Gerstetten. Die Bahnstrecke wurde einst gebaut, um die Orte auf der Alb mit dem überregionalen Eisenbahnnetz zu verbinden. Heute können Radfahrer auf weiten Teilen der ehemaligen Bahntrasse die Landschaft genießen.
Für uns war es besonders interessant, dass der Radweg über längere Abschnitte unmittelbar neben den noch vorhandenen Gleisen verläuft. So begleiteten uns die Schienen auf unserem Weg in Richtung Amstetten.
Die Strecke führte durch die typische Landschaft der Schwäbischen Alb und bot immer wieder schöne Ausblicke.
Vorsicht auf dem letzten Stück nach Amstetten
Kurz vor Amstetten sollte man allerdings etwas vorsichtiger fahren. Das letzte Stück geht kontinuierlich bergab und der Weg ist teilweise schottrig.
Gerade mit dem E-Bike verleitet die Abfahrt dazu, etwas schneller unterwegs zu sein. Hier ist es jedoch besser, das Tempo zu reduzieren und die Abfahrt kontrolliert zu genießen.
Weiter auf dem Albtäler-Radweg
Von Amstetten aus folgten wir dem Albtäler-Radweg. Der Radweg verbindet die reizvollen Täler und Landschaften der Schwäbischen Alb und führt durch eine abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft.
Bei Urspring wechselten wir auf den zweiten großen Radweg unserer heutigen Tour – den Lonetalradweg.
Der Lonetalradweg
Der Lonetalradweg führt durch das landschaftlich reizvolle Lonetal und begleitet die Lone über weite Strecken durch eines der bekanntesten Täler der Schwäbischen Alb.
Das Lonetal ist nicht nur landschaftlich interessant. Die zahlreichen Höhlen und Felsformationen der Region haben eine herausragende Bedeutung für die Archäologie. Hier wurden bedeutende Zeugnisse der frühen Menschheitsgeschichte und der Eiszeitkunst gefunden.
Gleich zu Beginn unseres Weges konnten wir in Urspring den Lonetopf bestaunen.
Der Lonetopf – Ursprung der Lone
Der Lonetopf ist die bekannte Karstquelle der Lone in Urspring.
Hier tritt das Wasser aus dem unterirdischen Karstsystem der Schwäbischen Alb an die Oberfläche und bildet den Ursprung der Lone.
Die Schwäbische Alb besteht zu großen Teilen aus Kalkgestein. Das Wasser kann dort in den Untergrund eindringen und über ein weit verzweigtes System aus Spalten, Klüften und Höhlen fließen. An geeigneten Stellen tritt es wieder als Quelle zutage.
Der Lonesee und der Steinzeitmensch
In Lonsee machten wir einen Abstecher zum Lonesee. Der See liegt direkt an der Lone und ist ein schöner Platz für eine Pause.
Besonders interessant ist die dort aufgestellte Skulptur des Steinzeitmenschen.
Sie erinnert an die außergewöhnliche Geschichte des Lonetals. Die Höhlen der Schwäbischen Alb gehören zu den bedeutendsten Fundstätten der Eiszeitkunst. Hier wurden einige der ältesten bekannten figürlichen Kunstwerke der Menschheit entdeckt.
An diesem interessanten Zwischenstopp machten wir eine Mittagspause.
Durch das beschauliche Lonetal
Heute zeigte sich das Tal allerdings von einer ungewöhnlichen Seite. Die Lone führte über weite Strecken kein Wasser. Statt eines plätschernden Baches sahen wir teilweise nur das trockene Flussbett.
Trotzdem hatte die Strecke ihren ganz besonderen Reiz. Beschaulich ging es durch die einzelnen Talabschnitte. Wiesen, Wacholderheiden, bewaldete Hänge und die typischen Felsformationen der Alb begleiteten uns.
Immer wieder gab es etwas zu entdecken.
Die historische „Wässre“
Entlang der Strecke kamen wir an der historischen „Wässre“ vorbei.
Die Anlage erinnert an die frühere Nutzung des Wassers im Lonetal. Wasser hatte für die Menschen früher eine wesentlich größere Bedeutung als heute. Es wurde unter anderem für die Landwirtschaft und verschiedene handwerkliche Tätigkeiten genutzt.
Solche historischen Anlagen sind heute interessante Zeugnisse der früheren Lebens- und Wirtschaftsweise in den Tälern der Schwäbischen Alb.
Das Fohlenhaus
Weiter ging unsere Fahrt zum Fohlenhaus.
Das Fohlenhaus ist eine markante Felsformation im Lonetal und gehört zu den bekannten Sehenswürdigkeiten entlang des Weges.
Die Felsen und Höhlen sind typisch für die Karstlandschaft der Schwäbischen Alb. Gleichzeitig erinnern sie daran, dass das Lonetal bereits vor vielen tausend Jahren von Menschen genutzt wurde.
Wir ließen die beeindruckende Landschaft auf uns wirken und setzten anschließend unsere Fahrt fort.
Pause unterhalb von Setzingen
Unterhalb von Setzingen machten wir nochmals eine kurze Pause.
Nach einer kleinen Verschnaufpause hieß es dann: wieder aufs Fahrrad und weiter in Richtung des letzten großen Höhepunkts unserer Tour – die Kaltenburg bei Hürben
Die Kaltenburg – mittelalterliche Geschichte über dem Lonetal
Die Kaltenburg ist eine mittelalterliche Burgruine, die eindrucksvoll auf einem Felsvorsprung oberhalb des Lonetals liegt.
Die Burg entstand im Mittelalter und hatte aufgrund ihrer erhöhten Lage eine strategisch wichtige Bedeutung. Von hier aus konnte das umliegende Tal gut überblickt werden.
Heute sind von der einstigen Burganlage noch Teile der Ruine erhalten. Die Kaltenburg ist nicht nur ein historisches Zeugnis, sondern auch ein schöner Aussichtspunkt über das Lonetal.
Für uns markierte die Kaltenburg gleichzeitig das Ende des Lonetalradweges.
Hier bogen wir vom Lonetal ab und fuhren nach Burgberg.
Dort wartete noch eine interessante Besonderheit auf uns: der Zusammenfluss von Lone und Hürbe.
Die Lone begleitet uns bereits seit Urspring. Sie entspringt am Lonetopf und fließt durch das gleichnamige Tal. Ihr Wasserlauf prägt die Landschaft und gab dem Lonetal seinen Namen.
Die Hürbe ist ein weiterer kleiner Fluss der Region. Sie entspringt im Bereich der Alb und durchfließt unter anderem Burgberg. Beide Wasserläufe treffen schließlich aufeinander.
Von Burgberg nach Hermaringen
Wir setzten unseren Weg über Burgberg in Richtung Hermaringen fort.
Dort konnten wir noch den Bereich bestaunen, an dem die Hürbe in die Brenz mündet.
Nach den vielen Eindrücken des Tages war nun auch schon das Ende unserer Tour in Sicht.
Von Hermaringen ging es zurück nach Giengen. Die letzten Kilometer waren schnell geschafft und schließlich erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt.
Unser Fazit
Hinter uns lag ein abwechslungsreicher Radtag mit gleich zwei interessanten Radwegen.
Vom Lokradweg entlang der ehemaligen Bahnstrecke ging es über Amstetten und den Albtäler-Radweg nach Urspring. Anschließend folgten wir dem Lonetalradweg durch eines der landschaftlich und geschichtlich interessantesten Täler der Schwäbischen Alb.
Besonders beeindruckend waren der Rößeweiher, der Lonetopf, der Lonesee mit der Steinzeitmenschen-Skulptur, das Fohlenhaus und die Kaltenburg.
Auch wenn die Lone heute über weite Strecken trocken war, hatte das Lonetal nichts von seinem Reiz verloren. Ganz im Gegenteil: Die Ruhe und Beschaulichkeit des Tales machten die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis.
Mit vielen Eindrücken, einigen neuen Geschichten und natürlich reichlich Kilometern auf dem Tacho erreichten wir schließlich wieder Giengen.
Maximale Höhe: 689 m
Minimale Höhe: 453 m
Gesamtanstieg: 549 m
Gesamtabstieg: -550 m

