Wasser & Stein – mit dem Fahrrad übers Härtsfeld
Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um eine abwechslungsreiche Radtour mit Natur, Geschichte und schönen Landschaften zu erleben. Die Wasser-&-Stein-Tour übers Härtsfeld verbindet genau diese Dinge: Wälder und Täler, kleine Ortschaften, das Kloster Neresheim, die historische Härtsfeldbahn und den Härtsfeldsee.
Die offizielle Rundtour ist rund 44 Kilometer lang und startet normalerweise am Bahnhof in Schnaitheim. Dabei werden etwa 323 Höhenmeter bewältigt. Die Strecke führt von der Brenz über das Härtsfeld ins Egautal und anschließend wieder zurück ins Brenztal.
Durch den Wald nach Schnaitheim
Wir starteten allerdings nicht in Schnaitheim, sondern in Giengen. Um zum eigentlichen Startpunkt der Tour zu gelangen, ging es zunächst quer durch den Wald bei Oggenhausen. Auf ruhigen Wegen erreichten wir schließlich den Bereich hinter dem Brenzpark in Heidenheim und fuhren weiter nach Schnaitheim.
Dort machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Schnaitheimer Mühle. Die historische Mühle mit ihrem großen Mühlrad ist heute ein interessantes Zeugnis der örtlichen Geschichte und Bestandteil des Heidenheimer Zeit- und Sonnenpfades. Bei Führungen kann die historische Mühle besichtigt werden.
Anschließend ging es zum Bahnhof Schnaitheim – dem offiziellen Startpunkt der Wasser-&-Stein-Tour.
Durch das Möhntal hinauf aufs Härtsfeld
Vom Bahnhof führte uns die ausgeschilderte Strecke zunächst über den Fischerweg und die Lammstraße ins Möhntal. Schon hier zeigte sich, was diese Tour so besonders macht: Statt viel Verkehr erwarteten uns Wald, Ruhe und eine angenehme Landschaft.
Das Möhntal liegt zwischen Schnaitheim und Kleinkuchen und bietet einen schönen, überwiegend ruhigen Weg durch den Wald. Der Abschnitt führt zunächst am Staudamm vorbei und anschließend auf einem gut befahrbaren Schotterweg weiter Richtung Härtsfeld.
Nach und nach wurde es hügeliger und wir gewannen an Höhe. Kurz vor Kleinkuchen öffnete sich der Wald und plötzlich lag das weite Härtsfeld vor uns. Bei guter Sicht reicht der Blick sogar bis zum Kloster Neresheim. Ein schöner Moment, um kurz innezuhalten und die Landschaft auf sich wirken zu lassen.
Kleinkuchen und Steinweiler
Durch Kleinkuchen ging es weiter nach Steinweiler. Der kleine Ort hat tatsächlich einen passenden Namen für diese Tour: Der dortige Steinbruch lieferte früher unter anderem Material für Wand- und Bodenfliesen des Klosters Neresheim. Heute besitzt der Bereich eine hohe Bedeutung für Natur und Landschaft.
Nach Steinweiler führte unser Weg weiter über die sanften Hügel des Härtsfelds in Richtung Neresheim.
Neresheim und die Härtsfeldbahn
Schließlich erreichten wir Neresheim. Die Stadt ist vor allem für das beeindruckende Kloster Neresheim bekannt, das weithin sichtbar über dem Härtsfeld liegt. Auch die historische Härtsfeldbahn, liebevoll „Schättere“ genannt, gehört zu den besonderen Attraktionen der Region.
Die frühere Härtsfeldbahn verband Aalen mit Dillingen. Heute fährt auf einem wiederaufgebauten Teilstück wieder eine Museumsbahn. Seit 2021 reicht die Strecke sogar bis zum Härtsfeldsee.
Von Neresheim aus ging es für uns weiter in Richtung Härtsfeldsee. Dabei blieb die Härtsfeldbahn immer wieder unser Begleiter. Die Kombination aus Bahntrasse, sanften Hügeln und der typischen Landschaft des Härtsfelds machte diesen Abschnitt besonders reizvoll.
Der Härtsfeldsee
Dann lag er vor uns: der Härtsfeldsee.
Der See ist eines der beliebtesten Ausflugsziele auf dem Härtsfeld und ein schöner Platz für eine Pause. Eigentlich hatten wir uns schon auf eine gemütliche Einkehr am Kiosk gefreut.
Doch leider hatten wir Pech: Der Kiosk war geschlossen.
Also blieb nur eine kurze Pause am See, bevor wir unsere Räder wieder in Bewegung setzten. Ein bisschen schade – aber so hatten wir wenigstens einen guten Grund, die nächste Einkehr nicht mehr aus den Augen zu verlieren.
Ăśber Dischingen und Fleinheim
Vom Härtsfeldsee führte die Tour weiter in Richtung Dischingen. Die Gemeinde liegt im Egautal und ist von einer reizvollen Hügellandschaft umgeben. Auch kulturell hat die Gegend einiges zu bieten – unter anderem die nahe gelegene Burg Katzenstein, eine der ältesten erhaltenen Stauferburgen. Die Wasser-&-Stein-Tour verbindet damit Naturerlebnis und Geschichte auf besondere Weise.
Über Fleinheim ging es anschließend weiter. Der kleine Ort liegt auf dem Härtsfeld und ist von typischer Landschaft der Schwäbischen Alb umgeben. Wälder, Felder und sanfte Hügel bestimmten nun wieder das Bild.
Nattheim
Unser nächstes Ziel war Nattheim. Der Ort ist eng mit der Geschichte des Härtsfelds verbunden. Besonders interessant ist das dortige Heimat- und Korallenmuseum, das unter anderem Einblicke in die Geologie und die Geschichte des Naturraums gibt. Das Härtsfeld war wegen seiner Kalksteinböden und früherer Bohnerzvorkommen schon immer eng mit dem Thema „Stein“ verbunden.
Nachdem der Kiosk am Härtsfeldsee geschlossen gewesen war, kam der Leberkäsewecken in Nattheim gerade recht. Einfach, typisch schwäbisch und nach den gefahrenen Kilometern genau das Richtige.
ZurĂĽck nach Giengen
Gut gestärkt machten wir uns auf den letzten Abschnitt unserer Tour. Von Nattheim ging es wieder Richtung Oggenhausen. Die Beine waren inzwischen zwar etwas müde, aber der Gedanke an das bevorstehende Tourende motivierte noch einmal.
Über die bekannten Wege durch den Wald näherten wir uns schließlich wieder Giengen.
Eine abwechslungsreiche Runde ging damit zu Ende: vom Brenztal durch das Möhntal hinauf aufs Härtsfeld, vorbei an Kleinkuchen und Steinweiler nach Neresheim, entlang der historischen Härtsfeldbahn zum Härtsfeldsee und anschließend über Dischingen, Fleinheim und Nattheim zurück.
Unser Fazit
Die Wasser-&-Stein-Tour macht ihrem Namen alle Ehre. Wasser begegnet uns in Form von Brenz, Egau und Härtsfeldsee, während das Thema Stein die Landschaft des Härtsfelds und seine Geschichte prägt.
Besonders gefallen haben uns die ruhigen Waldwege durchs Möhntal, die weiten Ausblicke aufs Härtsfeld, Neresheim mit seinem Kloster und die Fahrt entlang der Härtsfeldbahn.
Und auch wenn der geplante Stopp am Härtsfeldsee wegen des geschlossenen Kiosks ins Wasser fiel: Der Leberkäsewecken in Nattheim hat die Verpflegungslücke am Ende doch noch bestens geschlossen.
Eine schöne Rundtour mit viel Landschaft, Geschichte und einigen Höhenmetern – und damit absolut empfehlenswert für eine Radtour durchs Härtsfeld.
Maximale Höhe: 620 m
Minimale Höhe: 464 m
Gesamtanstieg: 665 m
Gesamtabstieg: -665 m

