Von Giengen über Gnannenweiler zu den Weiherwiesen und über Itzelberg zurück
Unsere heutige Radtour führte uns von Giengen hinauf auf die Schwäbische Alb, vorbei an zahlreichen Natur- und Kulturhighlights. Mit rund 80 Kilometern wartete eine abwechslungsreiche Strecke mit knackigen Anstiegen, schönen Albhochflächen, Felsformationen, historischen Stätten und natürlich der einen oder anderen kulinarischen Pause auf uns.
Von Giengen über Bolheim zum Urweltpfad
Von Giengen aus führte unser Weg zunächst nach Bolheim. Dort wartete gleich der erste anspruchsvollere Abschnitt der Tour auf uns: Entlang des Urweltpfades ging es steil bergauf.
Der Urweltpfad vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in die Erdgeschichte der Schwäbischen Alb. Vor rund 150 Millionen Jahren lag die Region unter einem tropischen Jurameer. Die heutigen Kalkfelsen und Fossilien sind Zeugnisse dieser längst vergangenen Zeit. Entlang des Weges informieren Tafeln über die geologische Entwicklung und die Entstehung der charakteristischen Landschaft der Ostalb.
Nach dem ersten kräftigen Anstieg erreichten wir die Albhochfläche und konnten wieder etwas entspannter in die Pedale treten.
Durch das Ugental zum Ugentalstaudamm
Unsere Route führte nun durch das idyllische Ugental. Das Tal ist geprägt von Wiesen, Wäldern und einer für die Ostalb typischen abwechslungsreichen Landschaft. Besonders ruhig und naturbelassen präsentiert sich das Ugental abseits der größeren Straßen.
Am Ende des Tales erreichten wir den Ugentalstaudamm. Das dortige Rückhaltebecken dient vor allem dem Hochwasserschutz. Bei starken Niederschlägen kann hier Wasser zurückgehalten werden, um die tiefer liegenden Bereiche vor Hochwasser zu schützen.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter in Richtung Steinheim am Albuch.
Über Steinheim am Albuch nach Gnannenweiler
Über Steinheim am Albuch führte uns die Strecke weiter hinauf nach Gnannenweiler. Die Anstiege hatten es teilweise in sich, aber oben angekommen wurden wir mit der typischen Landschaft der Schwäbischen Alb belohnt.
Weite Wiesenflächen, Wälder und immer wieder schöne Ausblicke machten die Fahrt zu einem abwechslungsreichen Erlebnis.
Von Gnannenweiler folgten wir anschließend dem Radweg in Richtung Bibersohl.
Die Felsformation bei Bibersohl
Am Weg lag eine interessante Felsformation bei Bibersohl, die natürlich einen kurzen Fotostopp wert war.
Die markanten Kalkfelsen sind Zeugen der geologischen Vergangenheit der Schwäbischen Alb. Das Gestein entstand aus Ablagerungen des Jurameeres. Durch die Kräfte der Verwitterung wurden im Laufe von Millionen Jahren die heutigen Felsformationen herausgearbeitet.
Weiter ging es auf dem Radweg durch die abwechslungsreiche Landschaft der Alb.
Der Memorialstein für Pfarrer Friedrich Weng
Auf unserer weiteren Strecke kamen wir auch am Memorialstein für Pfarrer Friedrich Weng bei Bartholomä vorbei.
Der Gedenkstein erinnert an den evangelischen Pfarrer Friedrich Weng, der im November 1634 während des Dreißigjährigen Krieges von kaiserlichen Soldaten erschossen wurde.
Weng hatte sich geweigert, das letzte Geld und die wenigen noch vorhandenen Lebensmittel seiner Gemeinde an die Soldaten herauszugeben. Sein Schicksal steht beispielhaft für die schweren Zeiten, unter denen die Bevölkerung während des Dreißigjährigen Krieges zu leiden hatte.
Der Memorialstein ist heute ein stiller Erinnerungsort und macht die Geschichte dieser Region auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten erlebbar.
Die historischen Hafnergruben
Als nächstes erreichten wir die historischen Hafnergruben.
Hier wurde früher Ton abgebaut, der von den Hafnern – den Töpfern der Region – zur Herstellung von Gefäßen und anderen keramischen Gegenständen verwendet wurde. Die Gruben erinnern heute an ein altes Handwerk, das über Jahrhunderte eine wichtige Rolle für die Menschen auf der Alb spielte.
Informationen vor Ort geben einen Einblick in die frühere Nutzung und die Bedeutung der Tonvorkommen.
Naturschutzgebiet Weiherwiesen
Unser nächstes Ziel waren die Weiherwiesen, ein besonders reizvolles Naturschutzgebiet auf der Schwäbischen Alb.
Die Weiherwiesen sind durch Feuchtwiesen, Wasserflächen und Moorbereiche geprägt. Sie bieten zahlreichen seltenen Pflanzen und Tieren einen wichtigen Lebensraum. Besonders die Kombination aus offenen Wiesenflächen und kleinen Gewässern macht das Gebiet landschaftlich sehr reizvoll.
Wir genossen die ruhige Atmosphäre und die schöne Natur, bevor wir unsere Tour fortsetzten.
Einkehr in der Waldschenke Tauchenweiler
Nach knapp 43 Kilometern hatten wir uns eine Pause verdient. Unser Ziel war die Waldschenke Tauchenweiler.
Bei einem guten Kuchen und kühlen Getränken konnten wir unsere Akkus wieder aufladen. Die gemütliche Einkehr war genau das Richtige, bevor es in den zweiten Teil unserer Tour ging.
Über den Brenztalweg nach Königsbronn
Gut gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg. Über den Brenztalweg ging es hinunter nach Königsbronn.
Dort durfte natürlich ein Besuch des Brenztopfs nicht fehlen. Der Brenztopf ist die Karstquelle der Brenz und gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Königsbronn. Das klare, blaugrün schimmernde Wasser tritt hier aus dem Karstgestein der Schwäbischen Alb hervor und bildet den Ursprung der Brenz.
Eine kleine Kneipptour am Brenztopf
Bei den sommerlichen Temperaturen konnten wir der Versuchung nicht widerstehen und absolvierten eine kleine Kneipptour im Brenztopf.
Das kalte Quellwasser sorgte für eine willkommene Erfrischung unserer inzwischen etwas müden Radlerbeine. Ein paar Runden im kühlen Wasser – und schon fühlten sich die Beine wieder deutlich besser an.
Hammerschmiede und Blezinger Palais
Rund um den Brenztopf gibt es noch weitere historische Sehenswürdigkeiten zu entdecken.
Die Hammerschmiede erinnert an die lange Tradition der Eisenverarbeitung in Königsbronn. Die Wasserkraft der Brenz wurde hier genutzt, um schwere Hämmer anzutreiben und Eisen zu bearbeiten.
Auch das Blezinger Palais gehört zum historischen Ortsbild von Königsbronn. Das Gebäude ist ein Zeugnis der Geschichte des Ortes und seiner früheren Bedeutung und wird heute als Rathaus genutzt
Entlang des Brenzradwegs nach Heidenheim
Nun folgten wir dem Brenzradweg weiter in Richtung Heidenheim. Der Weg führte uns angenehm durch das Brenztal und bot immer wieder schöne Ausblicke auf die Landschaft entlang der Brenz.
In Heidenheim angekommen, war es Zeit für eine weitere – diesmal besonders süße – Pause.
Abschlusseis in Heidenheim
Nach den vielen Kilometern und Höhenmetern hatten wir uns ein Abschlusseis in Heidenheim redlich verdient. 🍦
Bei einer Portion Eis ließen wir die Tour noch einmal Revue passieren. Gerade bei sommerlichen Temperaturen ist so ein Eis nach einer langen Radtour einfach der perfekte Abschluss.
Nach der Eispause machten wir uns auf die letzten Kilometer unserer Tour.
Unterwegs passierten wir noch die markante Felsformation „Himmel und Hölle“. Die auffälligen Kalkfelsen sind ein weiteres Beispiel für die beeindruckende Geologie der Schwäbischen Alb. Durch Verwitterung und Erosion entstanden die bizarren Felsformen, die heute ein interessantes Naturdenkmal und beliebtes Ausflugsziel sind.
Fazit
Eine abwechslungsreiche Rundtour ging zu Ende. Von Giengen über Bolheim und den Urweltpfad hinauf auf die Alb, durch das Ugental, über Gnannenweiler und Bibersohl zu den Hafnergruben und den Weiherwiesen gab es unterwegs jede Menge zu entdecken.
Mit der Einkehr in der Waldschenke Tauchenweiler, dem erfrischenden Kneippen im Brenztopf, den historischen Sehenswürdigkeiten in Königsbronn und dem Abschlusseis in Heidenheim kam auch der Genuss nicht zu kurz.
Natur, Geschichte, Geologie und Genuss – diese Tour hatte wirklich alles zu bieten. Rund 80 Kilometer und einige Höhenmeter später erreichten wir wieder Giengen – müde, aber zufrieden und mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck.
Maximale Höhe: 711 m
Minimale Höhe: 461 m
Gesamtanstieg: 666 m
Gesamtabstieg: -660 m

